Mittwoch, 1. Mai 2013

Alternative für Deutschland ohne Plan?

Die Alternative für Deutschland erreicht in den aktuellen Umfragen zur Sonntagsfrage um die drei Prozent. Dabei ist das Potenzial für weitere Prozentpunkte durchaus da. Die Protestbewegung gegen den Euro hat sich gegründet, Deutschland aus dem Währungsverbund herauszunehmen. Das ist für viele Menschen in unserem Land ein charmanter Ansatz.
 
Darüber hinaus hat die Partei aber offenbar (noch) keinen Plan. Ich habe dem Vorstand eine E-Mail mit vier Fragen gesandt. Die Antwort hat ein paar Tage auf sich warten lassen. Der nachfolgende E-Mail-Verkehr mit der AfD gibt interessante Aufschlüsse, bzw. keine wirklichen Antworten. Das Parteiprogramm wird erst nach der Bundestagswahl erstellt und beschlossen. Eine praktische Taktik!
 
Sehr geehrter Herr,

es tut mir leid, aber wir haben im Moment leider kein Emailteam, das auf Ihre Fragen dezidiert antworten kann. Es sind Studenten und Hausfrauen, die ihre Zeit in den Dienst unserer guten Sache stellen, aber leider keine Fachleute sind. Daher kann es sein, dass Ihre Email in den "noch zu klären"-Ordner verschoben wurde, um den sich dann der Vorstand kümmert. Ich bitte um Verständnis, dass unser Hauptaugenmerk erst einmal auf den Themen, Rechtstaatlichkeit, Demokratie und Schuldenunion liegt.
Freundliche Grüße
Patricia Casale
stellv. Sprecherin

Meine Antworten entnehmen Sie bitte unten:

Am 30.04.2013 17:30,
Hallo und Guten Abend,

die AfD ist in einem ihren etablierten Kontrahenten sehr nahe. Auf berechtigte Fragen gibt es keine Antwort. Hier meine E-Mail von vor einigen Tagen:

Sie schreiben auf Ihrer Homepage "Wählen Sie die Alternative" und "Wir brauchen Sie". Zunächst empfinde ich die Gründung der Alternative für Deutschland als sehr gut und als Bereicherung der Parteienlandschaft.


Frage:: Nehmen wir an, die AfD würde die 5%-Hürde schaffen. Würde sie für eine rot-grüne-blaue Regierungskoalition zur Verfügung stehen?
Antwort der AfD: Auf keinen Fall wird die AfD eine Koalition mit irgendeiner Partei eingehen, die den fatalen Weg der Regierung mitträgt! Genauer: Die AfD wird nicht koalieren!

Frage: Wie steht die Partei zu der Forderung eines flächen- und branchendeckenden Mindestlohns?
Antwort: Ich persönlich hoffe sehr, dass sich Schwarz/Gelb im Zuge des Wahlkampfes dieses Themas annimmt und endlich einen flächendeckenden Mindestlohn bzw. eine Lohnuntergrenze einführt. Ich denke, das wird in Bälde geschehen. Falls nicht, werden wir uns jedenfalls dafür aussprechen!
Frage: Wie steht die Partei zum Thema Altersarmut und soziale Gerechtigkeit?
Antwort: Uns ist bewusst, dass die Altersarmut in den nächsten Jahren exponentiell zunehmen wird und es wird dringend Zeit, dass dem vorgebeugt wird. Jedoch bin ich keine Fachfrau.
Wir werden nach den Bundestagswahlen eine Kommission einberufen, die ein umfangreiches Parteiprogramm erarbeitet. Diese Kommission wird aus lauter Fachleuten bestehen.
Frage: Welche Position nimmt die AfD zum Thema innere Sicherheit ein?
Antwort: Es tut mir leid, aber auch dieses wird zu den Themen gehören, die erst nach der Bundestagswahl ausgearbeitet werden. Sicherlich gibt es im Vorstand dazu mehrere Meinungen und es würde nichts nützen, Ihnen meine eigene dazu mitzuteilen, denn sie steht nicht für die gesamte Partei. Ich kann mir vorstellen, dass Sie meine Antworten unbefriedigt zurücklässt, kann Ihnen jedoch zur Zeit nichts anderes mitteilen.


Ich bin gespannt auf Ihre geschätzte Antwort.

Mit freundlichem Gruß

Dieter Frey

Wer also die Alternative wählt, wählt zunächst einmal nur gegen den Euro. Was die Partei sonst mit IHren Stimmen anfängt, bleibt völlig offen. Und da eine Koalition mit anderen Parteien konkret ausgeschlossen wird, sind die Stimmen der AfD-Wählerinnen und Wähler wohl eher verlorene Stimmen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen