Mittwoch, 29. Mai 2013

Arbeitslosenstatistik ohne Wert?

Jeden Monat aufs Neue werden die Zahlen zum Arbeitsmarkt veröffentlicht. Das ist meist eine Jubelarie der Politik, die uns Arbeitslosenzahlen nennen, die an der Realität vorbei gehen.

Dabei ist die Schere zwischen der Zahl der möglichen Berufsstarter zur Zahl der Ausbildungsstellen wieder größer geworden. Auf 15.646 unversorgte Bewerber kommen 9.940 offene Stellen. Die Unternehmen meldeten zum Beginn des statistischen Beginns des Ausbildungsjahres fünf Prozent weniger Ausbildungsstellen.

Schwindelig im wahrsten Sinne des Wortes wird einem aber, wenn man dann auf die Arbeitslosenzahlen schaut und dazu als Kommentar erhält: Nur schwach fiel die Frühjahrsbelebung im Mai aus. Mag sein, dass diese wegen des nicht stattgefundenen Frühlings eben schwächer war. Das Dortmund eine Hochburg der Arbeitslosigkeit ist, ist seit Jahren bekannt und stetig folgen Duisburg, Gelsenkirchen und Essen auf den nächsten Plätzen. Die Orte, in denen es noch Industrie und nicht nur Industriekultur gibt.
Nur steht doch die Frage im Raum, ob diese Zahlen denn nun so richtig sind. Das strahlend freudige Lächeln von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen macht immer den Eindruck, es sei alles gut in Deutschland. Aber wie viele Menschen kommen in dieser Arbeitslosenstatistik nicht vor, obwohl sie es eigentlich sollten. Arbeitslose in bestimmten Maßnahmen werden nicht erfasst. Ein-Euro-Jobber werden nicht erfasst. Dumping-Löhner, die mit Hartz-IV aufstocken müssen, werden nicht erfasst und so weiter, und so weiter. Eine Statistik ohne Wert also?

Fachleute schätzen, dass die wahre Zahl der Arbeitslosen in Deutschland um gut ein Drittel höher liegt, als die Zahl, die die Bundesagentur monatlich herausgibt. Eine Regierung, eine Arbeitsministerin misst sich gerne an diesen so positiv wirkenden Zahlen, nicht aber an den Realitäten. Die sehen erheblich erschreckender aus und haben Aussicht darauf noch dramatischer zu werden. Angesichts Merkelscher Angebote an Griechen, Spanier und Portugiesen, denen bei uns sichere Arbeitsplätze zugesagt werden, haben deutsche Arbeitslose künftig noch weniger Perspektiven und Chancen.  

Jürgen Klopp: "Alle greifen richtig an."

Jürgen Klopp ist Optimist. Nicht dass er übertrieben optimistisch wäre, nein, er versucht den Spagat zwischen den Realitäten und den legitimen Träumen der BVB-Supporter. "Ich kann nicht sagen, wir schnappen uns nächstes Jahr das Ding. Das ist ja Quatsch. Aber es wäre schön, wenn man das irgendwann wieder haben könnte. Doch bis hierhin ist es ohnehin viel besser gelaufen, als wir uns das erträumt haben", erläutert der BVB-Trainer.

In der Tat sind die letzten drei Spielzeiten traumhaft abgelaufen. Nun aber ist Mittelfeldmann Mario Götze den BAyern an die Angel gegangen und auch auf Robert Lewandowskis genialen Torriecher wird die Borussia verzichten müssen. Ist das der Start in magere BVB-Jahre? Jürgen Klopp wäre nicht Jürgen Klopp, wenn er dies mit Ja beantworten würde. Klopp: "Auf alle Fälle will ich mich mit der Borussia auch im nächsten Jahr für die Königsklasse qualifizieren. Das wird nicht einfach. Denn alle greifen richtig an. Leverkusen und Schalke wollen aufrüsten und den nächsten Schritt machen und es werden Überraschungs-Mannschaften wie in diesem Jahr die Freiburger, hinzukommen." Das ist in jedem Fall eine positive Entwicklung für die Liga.

Für die abgelaufene Spielzeit stellte Klopp fest: "Wir hatten jetzt die erste Saison, die sehr gut, aber nicht perfekt gelaufen ist. Wir können mehr, sowohl was Punkteausbeute als auch Gegentore angeht. Deshalb haben wir genug zu tun." Die Spiele gegen die Bayern hält Klopp in der nächsten Saison für fast unwichtig. Da habe man in der letzten Saison zweimal unentschieden gespielt. Die 25 bei anderen Gegnern liegen gelassenen Punkte, vor allem die Doppelpunktverluste gegen Schalke und den HSV sind viel ärgerlicher. "Da ist der Ansatzpunkt, nicht die beiden Spiele gegen Bayern. Die können wir so gestalten, dass wir nicht von vornherein wegfliegen. Da werden wir auch in der neuen Saison wettbewerbsfähig sein", ergänzte Klopp.

Wettbewerbsfähig wird der BVB sein, das hat neben Jürgen Klopp auch Vorstandschef Hans-Joachim Watzke den Fans versprochen. Für den lange ausfallenden Lukas Pisczek ist bereits Sokratis verpflichtet worden. Gerätselt wird um den Belgier de Bryne und Christian Eriksen von Ajax Amsterdam, von dem man hört dass er sehr gerne nach Dortmund wechseln möchte.

In beiden Fällen wird wohl noch ein paar Tage lang gepokert, ehe sich die Klubs einig sind. Ajax hat allerdings heute einen Kontakt zum BVB dementiert.

Der nächste Abgang bei der Borussia scheint für 2014 bereits festzustehen. Ikay Gündogan, gerade erst frisch liiert mit der GZSZ-Darstellerin Sila Sahin, scheint von Real Madrid umworben zu werden. Der BVB soll Madrid auf das nächste Jahr vertröstet haben.

Montag, 27. Mai 2013

Entspannen ist angesagt...

..nur für die Bayern aus München nicht. Die müssen laut Vorstand Karl-Heinz Rummenigge jetzt einen1,8 Promille-Level halten, um den VfB Stuttgart im DFB-Pokalfinale schlagen zu können. Die Arroganz der bajuwarischen Kickerspitze hat sich einmal mehr gezeigt. Das war nicht eines wahren Champion würdig.

Der Champions-League-Sieger der Herzen, der BV Borussia Dortmund, darf sich nun entspannen. Die Kicker werden in den nächsten Tagen die Flieger in die verschiedensten Urlaubsorte nehmen, einige müssen noch für ihre Nationalmannschaften fit bleiben.

Die Verletzung von Kevin Großkreuz hat sich offenbar als nicht so schlimm wie befürchtet herausgestellt. Eine starke Mittelfußprellung ist zwar sehr schmerzhaft, aber immer noch eine positivere Diagnose als ein Mittelfußbruch. Für>Lukas Pisczek und Nuri Sahin stehen Operationen an.

Am späten Sonntagnachmittag, als sich die Mannschaft noch einmal den 15.000 BVB-Fans im Westfalenstadion präsentierte, war der Himmel traurig grau. So grau wie dieser Auftritt in grauem Zwirn. Die Spieler wirkten nicht nur müde und abgespannt. Sie wirkten auch desinteressiert. Einige schlenderten an den Tribünen vorbei mit den Händen in den Hosentaschen oder mit dem Handy am Ohr. Sorry, aber das ist nicht die Art, die der Fan sich wünscht, wenn er für einen 15-Minutenauftritt den Weg ins Stadion auf sich nimmt.

Mario Götze schlich bedröppelt übers Feld und Bayern-Kandidat Robert Lewandowski sah recht allein gelassen aus, von seinen Mitspeilern. In dieser Verfassung möchte man keinen Borussen-Spieler noch einmal auf dem Rasen des Westfalenstadions, respektive des Signal-Iduna-Parks sehen.

Hans Joachim Watzke, sehr nachdenklich, aber kämpferisch, hat den Fans versprochen, dass im August zum Saisonstart wieder eine Supertruppe auf dem Rasen steht, die erneut die Bayern angreifen wird. An dieser Aussage wird der BVB in der Spielzeit 2013/2014 gemessen werden. Ähnlich hat es auch Michael Zorc im ZDF ausgedrückt. Auch Jürgen Klopp konnte nicht anders, als nachdenklich aussehen. Was in seinem Kopf während der kurzen Abschiedzeremonie im Stadion vorging, hätte man gern gewusst.

Apropos Abschied: Gut, dass es keine große Verabschiedung von Mario Götze gegeben hat. Auch dies zeigt, dass der BVB und Götze durchaus kontrovers auseinander gehen. Es gab auch nicht das sonst so väterlich wirkende Drücken  durch Klopp. Es bestand sichtbare Distanz.

Was auch immer die Sommerpause bringen mag für den BVB. Die erste Neuverpflichtung steht mit Sokratis ja bereits fest. Die Fans freuen sich auf eine neue tolle Saison mit Ihren Idolen, sowohl in der Bundesliga, wie auch im DFB-Pokal und in der Champions-League.

Freitag, 24. Mai 2013

Fußballstudie 2013: BVB triumphiert im Markenwert über Bayern München - Westfalen heute - Mitteilung 24.05.13

Diesen Link muss man lesen, um zu wissen, wo im deutschen Fußball die Sympathien sind. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

http://www.westfalen-heute.de/mitteilung.php?31350

Beliebtestes Land...?

Ein internationale Umfrage der BBC in 25 Staaten hat ein für die Deutschen überraschendes Ergebnis gebracht. Wir sind beliebt. Deutschland ist das beliebteste Land. Mit einer Zustimmung von 59 Prozent landete die Bundesrepublik mit deutlichem Vorsprung auf Platz 1 vor Kanada und Großbritannien.  Kaum zu glauben, aber wahr!

Da stellt sich die Frage, warum das so ist, wenngleich unser Land beim Eurovision Song Contest regelrecht abgestraft wurde.

Der Grund liegt auf der Hand: Beim ESC haben alle Bevölkerungsteile abgestimmt, bei der Beliebtheitsumfrage war es weniger repräsentativ und eben Welt weit.

Der Sport macht unser Land am sympathischsten. Dann die Diplomatie, die aber keineswegs überall als positiv gesehen wird. So erhielt Angela Merkel von den Griechen extrem schlechte Noten.

SpiegelOnline schreibt dazu:

"Eines zumindest kann man nicht behaupten: dass Deutschland dem Rest der Welt egal wäre. Der einen Umfrage zufolge halten Europäer anderer Länder die Deutschen für wenig mitfühlend und arrogant. Eine am Donnerstag von der BBC veröffentlichte Erhebung zeichnet ein anderes Bild: Unter den Staaten der Welt ist es die Bundesrepublik, die das höchste Ansehen genießt.
Ungarns Ministerpräsident spricht im Hinblick auf Deutschland von Panzern und Kavallerie. Griechische Demonstranten vergleichen die Bundeskanzlerin mit Hitler. Und nach dem Debakel beim European Song Contest in Malmö war es gar der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber, der die Schuld am schlechten Abschneiden von Cascada mit der Unbeliebtheit der deutschen Politik im Ausland begründete: "Ich will nicht sagen '18 Punkte für Angela Merkel'. Aber man muss eben auch sehen, da stand nicht nur Cascada, sondern da stand auch Deutschland auf der Bühne."

Die Diplomatie punktet auf kosten der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, das von vielen Deutschen selbst keineswegs positiv eingestuft wird. Die Beliebtheit ist auf der Politik des offenen Geldbeutels fundiert. Wo es was zu geben gibt, ist die Bundesrepublik dabei. Hier ein paar Millionen, dort ein paar hundert Millionen. Der Bürger wundert sich, wo all dieses Geld eigentlich herkommt, in einem verschuldeten Land wie Deutschland.

Na klar, der Bürger, der Billiglohnempfänger zahlt am Ende, ihm werden die Taschen umgedreht, während sich große Namen nach allen erdenklichen Wirtschaftsstraftaten freikaufen.

Auf diese Art und Weise kann man natürlich im Ausland punkten, profitieren doch fast alle vom "deutschen Wohlstand" nur die eigenen Bürger nicht.

 

Donnerstag, 23. Mai 2013

UCL-Finale überragt alles...

Es ist schon toll... Was da so alles in den Zeitungen steht, was da nicht so alles an Kleinem zu großen Themen wird. Es muss nur ein ganz wenig schwarz-gelb oder rot-weiß sein.

Schon ist es ein Thema. Was die Verlage und Sender an Manpower aufbringen. Auch das ist erstaunlich. Da sind die Schreiberlinge für den Printbereich, die Schreiberlinge für den elektronischen Bereich, also Internet und Liveticker. Und natürlich sind alle erdenklichen Fernseh- und Rundfunkanstalten vor Ort. Nicht zu vergessen die Internet- oder Net-Radios.

Was die Themen angeht: Da wird berichtet, wem der Lord Major die Daumendrückt, d wird in alten Europapokalzeiten der alte Stan Libuda wiederbelebt oder auch Gerd Müller befragt. Klar, das Tor von Lars Ricken 1997 gegen Juve ist ein immer wieder beliebter Schuss in den Medien-Himmel.

Der Rummel um das geschichtsträchtigste Schampions-League Finale aller Zeiten ist ein selten erlebter Hype. Wenn das nicht auf die Bundesliga abfärbt, dann macht die DFL irgendetwas verkehrt.

In der letzten Woche ruhten gefühlt alle anderen Fußball-Geschäfte. Nachrichten über Transfers mussten Meldungen über die Grashalmlänge in Wembley weichen. Und selbst die Ein-Spiel-Sperre für Roman Weidenfeller, die ihm schon jetzt die makellose Statistik für die nächste Spielzeit verdirbt, ist eine Randnotiz und selbst um Robert Lewandowski ist es ungewöhnlich ruhig geworden. Ein Räuspern von Matthias Sammer und "Kloppos" verwetteter Hintern sind die Themen, die Fußball-Deutschland bewegen. Weil es eben welche sind, die zum Champions-League-Finale gehören.

2015 kann der deutsche Fußball beweisen, dass man auch ein guter Gastgeber für solch ein Fußball-Highlight sein kann. Vielleicht spielen dann in Berlin wieder die Dortmunder gegen die Münchner.

Sonntag, 19. Mai 2013

ESC-Taste für den ESC

Der Eurovision Song Contest (ESC) zieht jedes Jahr Millionen Menschen in Ihren Bann. Bei und nach den jeweiligen Sendungen fragt man sich: Warum eigentlich? Jedes Jahr das gleiche Bild.

Es scheint gar nicht mehr um die Lieder zu gehen. Die sind schönes Beiwerk für eine millionenschwere Volksverdummung. Es ist zum Beispiel nicht nachvollziehbar, warum der Song von Cascada, der dem dänischen Sieger-Liedchen sehr ähnlich und sicher nicht schlechter war, am Ende der Tabelle landete, während Dänemark jubeln durfte. Den Dänen sei der Erfolg durchaus gegönnt! Während zum Beispiel die Griechen mit dem Ouzo für alle-Song  "Alcohol is free" viel mehr Punkte sammelten, als eben Deutschland.

Warum ist das so, und das seit dem Gewinn durch Lena Meyer-Landrut?

Zwei Gründe stehen im Focus: In gewisse Regionen in Europa scheinen die Nachbarn so abhängig voneinander zu sein. dass Punkte fast nur für die Nachbarn vergeben werden. Beste Beispiel sind die Staaten der früheren Russischen Föderation oder auch die skandinavischen Länder von Lettland bis Norwegen. Kaum anders sieht es mit den südosteuropäischen Ländern aus.

Der zweite Grund: Deutschland ist in Europa nicht mehr beliebt. Seit der schulmeisterlichen Spar-Regierung Merkel hat unser Land in Europa seine Freunde verloren, vor allem bei denen, die beim ESC abstimmen. Eben beim Volk. Deutsche sind nur noch gern gesehen, wenn Sie im Urlaub viel Geld in Griechenland, Spanien u.s.w. ausgeben, ansonsten wünscht man ihnen die Pest.

Selbst von einen eigentlich befreundeten Land wie Israel (gehört ja eigentlich zu Vorderasien, darf aber aus Finanzgründen mitmachen) gab es gestern nur 5 Punkte. Die Zwölf ging an Aserbaidschan. Deutschland kann sich einfach auf kein einziges mehr Land verlassen, im Gegenteil...

Diese Gefühle kommen in den Abstimmungen des ESC immer wieder zum Ausdruck und das, obwohl die deutschen Fernsehsender über die EBU zweistellige Millionensummen in diesen Contest pumpen (müssen), in dem deutsche Sängerinnen und Sänger ihren Ruf ruinieren dürfen. Da fragt man sich, warum es immer noch Künstler gibt, die sich für diesen Wettbewerb bewerben.

Es geht nicht mehr um Gut und weniger gut. Es geht nicht mehr um die Songs. Hier werden knallharte politische Sympathieentscheidungen getroffen.

Ergebnis: ESC-Taste drücken für den ESC!

Freitag, 17. Mai 2013

Vollmondwanderung durch die Industrienatur

Erst einen arbeitsreichen Samstag hinter sich bringen und dann am Abend bei Vollmond wandern. Danach ist guter Schlaf garantiert. Zu einer Vollmondwanderung auf der Schurenbach-Halde in Essen lädt RVR Ruhr Grün am Samstag, 25. Mai, 21 Uhr, ein. Die Teilnehmer der zweistündigen Exkursion erleben die nächtliche Natur mit allen Sinnen. Treffpunkt ist die Infotafel an der Autobahnunterführung an der Emscherstraße in Altenessen-Nord. Erwachsene zahlen fünf, Kinder drei Euro.
Nähere Informationen zur Route Industrienatur und das vollständige Programm "Natur erleben" zum Download stehen unter www.naturerleben.metropoleruhr.de.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Tipps für Feiertage und Wochenenden am Niederrhein

In den nächsten Wochen gibt es wieder viele freie Tage für die arbeitende Bevölkerung, Feiertage, Brückentage und somit lange Wochenenden. Aber was fangen wir damit eigentlich an.

Wenn man in der Region Niederrhein wohnt, dann ist man dem großen Naherholungsgebiet zwischen Rhein und den Niederlanden ganz nahe. Wenn nicht, dann muss man halt einen Tagesausflug oder auch mehr machen. Zeit genug ist ja.

Am Niederrhein ist Gastfreundschaft Trumpf, ganz gleich, ob der Gast mit dem Auto, dem Rad oder zu Fuß das Gebiet durchstreift. Auf jeden Fall gibt es dort eine Menge zu sehen und zu erleben. Die Rheinauen oder auch die geschichtsträchtigen Orte wie Xanten oder Goch. Aber auch die kleinen, eher unscheinbaren Ortschaften wie Kevelaer oder Alpen haben ihren Reiz.

Damit der Gast auch die nötigen Pausen einlegen kann, gibt es Niederrhein ein regelrechtes Netz von Bauerncafes, die zum einen Kaffee und wunderbare Kuchen und Torten (meist selbstgemacht anbieten, aber auch für den etwas größeren Appetit gerüstet sind. Um diese Cafes zielgenau ansteuern zu können, ist das kleine Büchlein "Hereinspaziert" zu empfehlen. Es ist im Klartext-Verlag erschienen und beschreibt eine Vielzahl dieser auf früheren Bauernhöfen eingerichteten Cafes. 8,50 Euro kostet das Buch und dieses Geld lohnt sich wirklich, denn hinten bietet jedes Cafe auch noch einen Gutschein, mit dem der Schnupperer vergünstigt genießen kann. Das Buch gibt es im Buchhandel oder bei der Neue Rhein-Zeitung in Essen.

Die Cafes sind durchweg alle hervorragend. Die Kuchen und Torten sind selbstgemacht. Die angebotenen Speisen sind aus der Region und schmecken super. Die Gasträume sind je nach Betreiber sehr unterschiedlich ausgestattet, das Ambiente ist aber immer rustikal und typisch für die Region Niederrhein. Das liegt auch daran, dass die Höfe dort sehr ähnlich sind. Jeder Besitzer hat halt seine Favoriten besonders in den Vordergrund gerückt. Auf jeden Fall supertoll sind die Freisitze, auf denen man bei gutem Wetter die Sonne oder auch unter großen Jahrzehnte alten Bäumen den Schatten genießen kann.

Dazu kommt, dass das Radwegenetz am Niederrhein toll ausgebaut ist und nahezu steigungsfrei zu bewältigen ist. Das gleiche trifft für den Wanderer zu, der dort Schusters Rappen richtig Heißlaufen kann. Viele der Bauerncafes bieten auch Übernachtungsmöglichkeiten, so dass man eine kleine Tour mit mehreren Tagestappen fahren oder wandern kann.

Und wenn die Kuh einem mal eben über die Schulter schaut oder der Hofhund sich genüßlich auf den Füßen niederlasst und schläft, dann weiß man, dass man am Niederrhein ist. Es lohnt sich, auch einmal an den nicht so hochfrequenten Tagen dort vorbeizuschauen. Dann erfährt man oft im Gespräch mit den Betreibern viel über die Gegend, den Ort und die frühere Nutzung der Bauerhöfe. Das alles ist hochinteressant und dann auch authentisch erzählt. Heimatkunde live! 

Dienstag, 14. Mai 2013

AfD stagniert bei Umfragen - weiterhin planlos

Die Alternative für Deutschland bezeichnet sich selbst als die Alternative, die den Begriff alternativlos bekämpfen möchte.
 
Ich hatte an die Partei einige Nachfragen gestellt, die jetzt auch offiziell von Christine Mayer-Bialkowski aus dem
Kontakt-Team & Ansprechpartner WA2013 beantwortet wurden.
 
Die Frage nach der Koalitionsfähigkeit der AfD wurde sehr eindeutig beantwortet. Eine Zusammengehen mit SPD und Grünen schließt die Partei vollkommen aus. Ob dies mit der CDU oder CDU/CSU und FDP möglich wäre wird offen gelassen. Originalantwort der AfD: Da SPD und Grüne eine Schuldenunion mit Eurobonds, Altschuldentilgungsfond und Aufgabe weiterer Souveränität an die EU wollen, ist eine Koalition mit diesen Parteien mehr als unwahrscheinlich - es sei denn, beide Parteien würden sich bedingungslos den Zielen der AfD anschließen!
 
Forderungen einer Partei, die so eben die Fünf-Prozentmarke angekratzt hat, wird sich eine SPD/Grüne Koalition kaum beugen.
 
Setzt sich die AfD für einen flächendeckenden und branchenübergreifenden Mindestlohn ein. Kurz und bündig die Antwort der AfD: Wir bevorzugen die Autonomie der Tarifpartner. Staatlichen Dirigismus lehnen wir ab.
 
Dies bedeutet, dass die AfD hier in etwa auf dem Level der FDP liegt, die ebenfalls die Mindestlohnfrage von den Tarifparteien abhandeln lassen möchte und dies auch nicht für alle Branchen für nötig hält. Ein mit Sicherheit falscher Weg, denn die Menschen, die für Dumpinglöhne arbeiten, wie im Friseurhandwerk, auf den Schlachthöfen oder in den Callcentern, werden dies nicht mehr lange mit sich machen lassen und handfesten Protest anmelden.
 
Soziale Projekte will die AfD erst zu einem Zeitpunkt unterstützen, wenn es unter Umständen bereits zu spät ist. Auf die Frage, wie die AfD denn zum Thema Altersarmut stehe, gab die Partei ebenfalls kurz und bündig folgende Antwort: Solange die Euro-Rettung Unsummen verschlingt, bleibt kein Geld für weitere soziale Projekte. Deshalb muss zunächst das Währungsproblem gelöst sein, ehe man wieder Steuergelder weiteren sozialen Zwecken widmet.
 
Bedeutet, dass auch hier die Linie der FDP ganz nahe ist. Großer Schritt zur Zwei-Klassengesellschaft. Wer nicht richtig reich ist, der ist eben arm, basta! Keine wirklich gute Zukunftsperspektive für die Menschen, die vielleicht unwissentlich die AfD wählen, weil sie gegen den Euro sind und die restliche "Programmatik der Newcomer aber falsch einschätzen.
 
Das Thema innere Sicherheit ist für die AfD gar kein Thema Die Antwort: Innere Sicherheit ist ein wichtiges Thema. Sie wird auch nach unserer Überzeugung im Rahmen der geltenden Gesetze gewährleistet.
 
Das ist eine andere Meinung, als die überwiegend von der Bevölkerung wahrgenommenen. Dort fühlt man sich oft keineswegs sicher auf den Straßen.
 
Ist also doch keine wahre Alternative, die Alternative für Deutschland. Man kann eigentlich nur vor ihr warnen. Ein wirkliches Parteiprogramm oder ein Programm für die Bundestagswahl 2013 hat die Partei nicht. Dies soll nach eigenen Aussagen erst nach der Wahl im September verabschiedet werden. Aber bei den gegebenen Antworten, darf man nicht wirklich ein Programm für das Volk erwarten, sondern eher für die sogenannte Oberschicht. 

Montag, 13. Mai 2013

Klopp: Keine Angst vor der Zukunft

Dass Jürgen Klopp ein aussergewühnlicher Trainer ist, das wissen wir nun seit einiger Zeit. Was hat dieser Mann aus der Dortmunder Borussia gemacht, kurz nach gerade abgewendeter Insolvenz. Dieser Mann hat Feeling, hat ein Händchen dafür, das Richtige zu tun. Klar, ihm unterlaufen auch mal Fehler. Die haben in der Regel auf das Gesamtkunstwerk "erfolgreicher Fußball" keine Auswirkungen.

Jetzt hat "Kloppo" wieder etwas aus der Kiste getrickst. Durchaus erfolgreiche Gespräche mit Christian Eriksen, dem jungen dänischen Mittelfeld-As von Ajax Amsterdam, laufen. Und sie laufen gut für die Borussia. Er könnte MArio Götze schnell vergessen machen.

Und dann haut Jürgen Klopp noch einen Satz raus, den man schon fast als philosophisch einstufen möchte: "Unsere Fans sollten sich davon frei machen, Angst vor der Zukunft zu haben, weil sie immer alles festhalten möchten." Kann man nur sagen: nichts ist richtiger als das. Fußball, eines der geilsten Geldverschiebe- und Menschenhandel-Spiele kennt keine Vergangenheit. Hier gibt es nur jetzt und das nächste Spiel. Für die Spieler darüberhinaus noch die Frage: Wo bekomme ich noch mehr Kohle als bei meinem jetzigen Klub. Diesen Gedanken macht sich meist noch nicht einmal der Fußballer, sondern sein Berater.

Genauso ist es: die Ära Götze ist beim BVB vorbei, die Ära nach Götze muss keinesfalls schlechter sein. Es wird die Ära Sahin, Gündogan und Eriksen. Die von Ajax geforderten 20 Millionen Euro kann der BVB locker. Also liebe BVB-Fans, freut Euch auf die Zukunft des Traditionsvereins.

In der Historie wird ein Mario Götze vielleicht eine halbe Seite einnehmen. Der nächsten Erfolge dagegen werden wieder Bücherfüllen. Fußball Fans müssen lernen mit den Zyklen des Fußballs zu leben. Und die gehen eben mal nach oben und mal nach unten. Aufpassen muss der Trainer nur, dass es nicht ganz nach unten geht. Diese Gefahr besteht bei der Borussia aber für die nächsten Jahre sicher nicht. Und die Supporters sollten noch eines realisieren: Auch die Ära Klopp wird irgendwann zu Ende sein. Mit etwas Glück erst in etwa 20 Jahren, wenn J.K. in etwa so alt ist wie der Heynckes Jupp.

Montag, 6. Mai 2013

Freidemokraten im Blindflug

Wie groß muss die Verzweiflung sein, dass eine Anti-Mindestlohn-Partei plötzlich zur Vorreiterin mutiert. Wie groß muss die Angst, bei der Bundestagswahl unter die Fünf-Prozent-Marke zu fallen sein, dass sich blau-gelbe Parteioberen argumentationslos zu einem Riesengeschrei hinreißen lassen. Für wie dumm halten eben diese Schreihälse den bundesdeutschen Wähler, wenn sie glauben, Eingeständnisse beim Mindestlohn seien die halbe Miete für den Einzug in den Bundestag?

Die FDP befindet sich im Blindflug! Wer den Parteitag verfolgt hat, wird bemerkt haben, dass sich außer der Lautstärke der Redner nichts verändert hat. Bleiben wir beim Thema Mindestlohn: Da gab es weder das Bekenntnis für den flächendeckenden und branchendeckenden Mindestlohn, noch gab es ein Bekenntnis zur Umsetzung und zur Höhe der Vergütungen.

Bei den eigenen Diäten heben Freidemokraten immer sehr schnell die Hand zur Abstimmung. Wenn es aber über das Thema Mindestlohn um soziale Gerechtigkeit geht, darum geht, dass die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch weiter auseinanderdriftet und das Aufstocken von Billiglöhnen durch Hartz IV beendet werden kann, dann verweigert diese Partei grundsätzlich ihre Zustimmung. Das ist nach dem Bundesparteitag vom Wochenende nicht anders, als davor. Leere Worte und Floskeln, um das gemeine Wahlvolk zu verdummen, sind die Taktik und das Wahlprogramm der FDP. Wo ist der alte Spruch der FDP geblieben in den letzten vier Jahren? Der Bürger muss mehr Netto vom Brutto übrigbehalten", hatte Guido Westerwelle einst getönt.

Wenn wir genau hinschauen, ist das Thema Mindestlohn auch bei den anderen Parteien nicht ausreichend weit diskutiert. Wenn die Politik glaubt, 8,50 Euro für die Stunde, wir reden hier von Brutto, sei genug, dann irren hier auch SPD und Grüne, die den Mindestlohn unbedingt durchsetzen wollen. Man kann dabei darüber streiten, ob es richtig ist, dieser per Gesetz oder durch Vertrag zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern herbeizuführen. Über diese 8,50 Euro wird seit rund fünf Jahren geredet. In dieser Zeit hat sich der Wert des Euro für den Bürger erheblich verringert. Durch Preiserhöhungen auf fast allen Gebieten des täglichen Lebens. Der Wert dürfte heute bei 7,50 Euro brutto liegen.

Da liegt die Linke mit ihrer Forderung nach zehn Euro pro Stunde schon realistischer. Ausreichend, um in etwa eine Familie ernähren zu können, sind aber etwa 12 Euro pro Stunde. Das müssen auch die vielen Dienstleistungsunternehmen lernen, die momentan ihre Mitarbeiter sklavenmäßig mit sechs bis acht Euro die Stunde durch den Arbeitstag jagen und dabei ihre Gesundheit und Motivation verheizen. Was der in diesem Lohn-Sektor arbeitenden Bevölkerung angetan wird, ist asozial.

Wenn die Parteien mit dem Wahlpfund Mindestlohn wuchern wollen, dann sollten sie sich einmal real in die Position des Dumpinglohn- Empfängers hineinversetzen, einmal einen Monat mit 8,50  Euro pro Stunde leben. Und dann wird noch einmal eine neue Rechnung aufgemacht. Oder?

Bis die FDP allerdings kapiert hat, worum es geht, wird Phillip Rösler im Ohrensesel sitzen und seine Staatsrente genießen.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Alternative für Deutschland ohne Plan?

Die Alternative für Deutschland erreicht in den aktuellen Umfragen zur Sonntagsfrage um die drei Prozent. Dabei ist das Potenzial für weitere Prozentpunkte durchaus da. Die Protestbewegung gegen den Euro hat sich gegründet, Deutschland aus dem Währungsverbund herauszunehmen. Das ist für viele Menschen in unserem Land ein charmanter Ansatz.
 
Darüber hinaus hat die Partei aber offenbar (noch) keinen Plan. Ich habe dem Vorstand eine E-Mail mit vier Fragen gesandt. Die Antwort hat ein paar Tage auf sich warten lassen. Der nachfolgende E-Mail-Verkehr mit der AfD gibt interessante Aufschlüsse, bzw. keine wirklichen Antworten. Das Parteiprogramm wird erst nach der Bundestagswahl erstellt und beschlossen. Eine praktische Taktik!
 
Sehr geehrter Herr,

es tut mir leid, aber wir haben im Moment leider kein Emailteam, das auf Ihre Fragen dezidiert antworten kann. Es sind Studenten und Hausfrauen, die ihre Zeit in den Dienst unserer guten Sache stellen, aber leider keine Fachleute sind. Daher kann es sein, dass Ihre Email in den "noch zu klären"-Ordner verschoben wurde, um den sich dann der Vorstand kümmert. Ich bitte um Verständnis, dass unser Hauptaugenmerk erst einmal auf den Themen, Rechtstaatlichkeit, Demokratie und Schuldenunion liegt.
Freundliche Grüße
Patricia Casale
stellv. Sprecherin

Meine Antworten entnehmen Sie bitte unten:

Am 30.04.2013 17:30,
Hallo und Guten Abend,

die AfD ist in einem ihren etablierten Kontrahenten sehr nahe. Auf berechtigte Fragen gibt es keine Antwort. Hier meine E-Mail von vor einigen Tagen:

Sie schreiben auf Ihrer Homepage "Wählen Sie die Alternative" und "Wir brauchen Sie". Zunächst empfinde ich die Gründung der Alternative für Deutschland als sehr gut und als Bereicherung der Parteienlandschaft.


Frage:: Nehmen wir an, die AfD würde die 5%-Hürde schaffen. Würde sie für eine rot-grüne-blaue Regierungskoalition zur Verfügung stehen?
Antwort der AfD: Auf keinen Fall wird die AfD eine Koalition mit irgendeiner Partei eingehen, die den fatalen Weg der Regierung mitträgt! Genauer: Die AfD wird nicht koalieren!

Frage: Wie steht die Partei zu der Forderung eines flächen- und branchendeckenden Mindestlohns?
Antwort: Ich persönlich hoffe sehr, dass sich Schwarz/Gelb im Zuge des Wahlkampfes dieses Themas annimmt und endlich einen flächendeckenden Mindestlohn bzw. eine Lohnuntergrenze einführt. Ich denke, das wird in Bälde geschehen. Falls nicht, werden wir uns jedenfalls dafür aussprechen!
Frage: Wie steht die Partei zum Thema Altersarmut und soziale Gerechtigkeit?
Antwort: Uns ist bewusst, dass die Altersarmut in den nächsten Jahren exponentiell zunehmen wird und es wird dringend Zeit, dass dem vorgebeugt wird. Jedoch bin ich keine Fachfrau.
Wir werden nach den Bundestagswahlen eine Kommission einberufen, die ein umfangreiches Parteiprogramm erarbeitet. Diese Kommission wird aus lauter Fachleuten bestehen.
Frage: Welche Position nimmt die AfD zum Thema innere Sicherheit ein?
Antwort: Es tut mir leid, aber auch dieses wird zu den Themen gehören, die erst nach der Bundestagswahl ausgearbeitet werden. Sicherlich gibt es im Vorstand dazu mehrere Meinungen und es würde nichts nützen, Ihnen meine eigene dazu mitzuteilen, denn sie steht nicht für die gesamte Partei. Ich kann mir vorstellen, dass Sie meine Antworten unbefriedigt zurücklässt, kann Ihnen jedoch zur Zeit nichts anderes mitteilen.


Ich bin gespannt auf Ihre geschätzte Antwort.

Mit freundlichem Gruß

Dieter Frey

Wer also die Alternative wählt, wählt zunächst einmal nur gegen den Euro. Was die Partei sonst mit IHren Stimmen anfängt, bleibt völlig offen. Und da eine Koalition mit anderen Parteien konkret ausgeschlossen wird, sind die Stimmen der AfD-Wählerinnen und Wähler wohl eher verlorene Stimmen.

Donnerstag, 25. April 2013

Fußball Bundesliga: Verlogen und verbogen!

Kaum ist der grandiose Sieg von Borussia Champions League errungen, ist er schon wieder Nebensache. Viel interessanter ist doch die Story, die sich um die spektakulären Transfergeschäfte der Spieler und Spielerberater rankt. Da kann sich ein Hans-Joachim Watzke wie noch vor wenigen Monaten geschehen in die Öffentlichkeit stellen und verkünden: "Mario Götze und Robert Lewandowski sind unverkäuflich", da muss er sich wenig später dem Druck der Spieler und der Berater beugen, ja er muss sich verbiegen, solch eine Aussage beim einem Angebot von 37 Millionen wieder gerade zu rücken.

Die möchten nämlich Geld verdienen! Viel Geld! Mehr, als Borussia Dortmund zu zahlen bereit ist. Und noch mehr zahlen kann im Moment nur noch einer: der keineswegs mehr sympathische Verein aus der Allianz Arena!

Und wenn sich Spieler wie Götze, und er steht da nicht allein, hinstellen und ihre Treue zu ihrem derzeitigen Verein in der Öffentlichkeit hervorheben, die Hand beim Jubel auf das Vereinsemblem auf dem Trikot legen, dann tun sie das nur so lange, bis ein Verein mehr Geld bietet. Fußball verlogen!

Der deutsche Fußball wird ein Problem bekommen, das ist ganz sicher. Jürgen Klopp, der Dortmunder Trainer hat das wohl wissentlich "schottische Verhältnisse" genannt. Das bedeutet, dass künftig nur noch ein Verein die Bundesliga beherrschen wird. Danach folgt ein zweiter Klub mit gutem Abstand und mit weiterem Abstand dürfen die restlichen Sechzehn die Plätze unter sich aufteilen.

Es wird Zeit, dass der Deutsche Fußball Bund und die Deutsche Fußball Liga in den ligainternen Transfer-Zirkus lenkend eingreift. Den Begriff der "Transferfairneß" gibt es ja bei der UEFA, dem europäischen Dachverband, schon. Er sollte in modifizierter Form in der Bundesliga dafür sorgen, dass dort gesunder Wettbewerb herrscht und nicht die Diktatur der Farbe Rot.

Möglicherweise erledigt sich das Problem von selbst, wenn die Münchner eventuell doch enger mit dem Finanzskandal um ihren Präsidenten Uli Hoeneß verbandelt sind. Andererseits ist es sicherlich ein guter Schritt für die Zukunft des deutschen Fußballs, wenn die Macht des Geldes reguliert wird. Das muss nicht gleichbedeutend damit sein, dass der deutsche Fußball international weniger stark auftreten wird.

FIFA, UEFA und DFL regulieren alles Mögliche und vor allem das Unmögliche. Sollen sie doch das Unmögliche möglich machen und den Ausverkauf beim sportlichen Gegner begrenzen.

Jetzt werden natürlich Spieler und Berater aufschreien, denn ohne einen Wechsel verdienen sie natürlich weniger. Aber die Spieler sollten auch darüber nachdenken, ob sie nicht zu den Totengräbern des deutschen Ligafußballs werden. Wenn die Liga nicht mehr attraktiv ist und zum Beispiel der FC Schalke schon jetzt für mehrere Jahre das Projekt Deutsche Meisterschaft abschreibt, so ein hochrangiges Vorstandsmitglied, dann ist die Langeweile nicht mehr weit.

Dienstag, 23. April 2013

Fußball-Heuchler unter sich!

Grandios! Ganz Fußball-Deutschland freut sich auf die beiden CL-Halbfinals zwischen den Bayern und Barcelona sowie dem BVB und Real Madrid, da hört man zu früher Stunde im Radio, dass BVB-Star Mario Götze zu den Bayern wechselt. Schockstarre dürfte dies bei den meisten Fans der Borussia ausgelöst haben.

Um acht Uhr morgens ist da immer noch ein Fünkchen Hoffnung. Aber die schwindet von Minute zu Minute. Gegen 11 Uhr ist es dann Gewissheit. Borussia Dortmund hat eine Stellungnahme abgegeben. Inhalt: Ja, Götze geht zu den Bayer. Götze und sein Berater haben sich vertragskonform verhalten.

Alles andere wäre auch ziemlich dumm gewesen. Das macht Mario Götze aber um keinen Deut besser. Wer sich vor etwa einem Monat in die Öffentlichkeit stellt und ein Loblied auf den BVB singt und wörtlich sagt, er könne sich vorstellen immer für diesen Klub zu spielen und heute beim FC Bayern einen Vertrag unterschreibt, der kann auch ein Pfeifkonzert der Fans aushalten. Die Tatsache, dass er ein Wunschspieler von Bayern-Trainer Pep Gardiola ist, war Mario Götze ja nicht erst seit zwei Wochen bekannt.

Von den Bayern hört man nichts, erst am Mittag legen die von der Säbener Straße nach. Dass die Veröffentlichung des Wechsels vom FC Bayern lanciert sein könnte, das darf man unterstellen. Unangenehme Presse rund um Vereinspräsident Uli Hoeneß wird erst einmal in den Hintergrund gedrängt, die Dortmunder dagegen bringt man einen Tag vor dem Spiel gegen Real Madrid in eine missliche Lage. Sie müssen den Fans erklären, warum Götze zum Ligakonkurrenten wechseln darf, obwohl er bis 2016 unter Vertrag steht.

Die Stimmung im Dortmunder Stadion wird am Mittwoch eine andere sein. Zwar ruft der BVB seine Fans auf, Mario Götze im Spiel zu unterstützen. Aber machen wir uns nichts vor. Die Stimmung ist hin und Götze wird morgen mit großer Sicherheit keine Jubelhymne über sich ergehen lassen müssen. Im Gegenteil! Ein gellendes Pfeifkonzert wäre den Fans nicht zu verübeln.

Die Vorbereitungen des BVB auf das Spiel gegen Madrid sind heftig gestört worden. Wenn ein FC Bayern gegen Barcelona aus dem Wettbewerb ausscheidet, dann sollte ein BVB nicht gegen Real Madrid weiterkommen. Dafür scheint den Münchnern jeder Weg Recht zu sein.

Der "Spruch" von Uli Hoeneß wegen der "spanischen Verhältnisse" in der Bundesliga war mehr als Heuchelei, war einfach nur ein Ablenkungsmanöver, denn als Hoeneß das sagte, liefen die Verhandlungen zwischen Götzes Berater und dem FC Bayern auf Hochtouren. Mal wieder eine unvergelichliche bayrische Schmierenkömödie.

Samstag, 20. April 2013

Frühling, Sonne, Lust auf draußen - kein Problem!


Das Frühlingsfeeling ist zurück, die Hoffnung auf Sonne uns angenehme Wärme lässt auch wieder die Lust auf draußen aufkommen. Was also fängt man mit den Wochenenden oder auch freien Tagen an? Hier ein paar kleine, vielleicht wertvolle Tipps.

Das Highlight ist nach wie vor die Zeche Zollverein, das Welterbe, das trutzig in Essen-Katernberg steht. Es ist zwar drinnen, aber einen Besuch des Ruhrmuseums  sollte man sich nicht entgehen lassen. Schon die Fahrt mit einer der längsten Rolltreppen weit und breit ist ungewöhnlich.Jetzt hat die Ausstellung Kohle Global (15. April bis 24. November 2013) eröffnet. www.ruhrmuseum.de

Aber es macht auch durchaus Spaß rund um Schacht XII und die Kokerei ausgedehnt spazieren zu gehen.

Einen Besuch wert ist die Erlebniswelt ZOOM in Gelsenkirchen Bismarck (www.zoom-gelsenkirchen.de)Afrika, Asien und Europa sind dort als Landschaft und Lebensraum für die Tiere Vorbild. Ein Zoogenuss der besten Art. Achtung! Mit ADAC-Mitgliedskarte gibt es Rabatte auf den Eintrittspreis. 
Einen Nachmittag oder mehr ist auch der Landschaftspark Duisburg Nord wert, Industriekultur mit wieder erstandener Natur, das ist eine interessante Zusammenstellung, die beim Gang über das weitläufige Gelände immer neue Facetten eröffnet. Für Freunde des Kletterns gibt es dort reichlich Gelegenheit. Aber nicht vergessen eine Person zum Sichern mitzubringen. Zu bestimmten Zeiten ist auch das Tauchen in einem der alten Kühltürme möglich.

Ein Hinweis ist unbedingt noch erforderlich. Die vielfältige Haldenlandschaft des Ruhrgebiets mit Ihren Landmarken sind ein weiteres Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Der weite Blick über das Ruhrgebiet entschädigt für manchen Kraftakt beim Besteigen der Halden. Die Internetseite http://www.metropoleruhr.de/seitensuche.html?q=Halden&searchsubmitmeta=Suchen informiert bestens mit den wichtigsten Angaben und Events.

Und noch ein Tipp zum Niederrhein

Hervorragende Radwege im Gebiet des Niederrhein laden zu ausgiebigen Fahrten ein. Übernachtungsmöglichkeiten zu günstigen Preisen auf ehemaligen Bauernhöfen animieren zu Etappenfahrten an z.B. langen Wochenenden, Mehr dazu ist zu finden auf niederrheintouristik.de. Die vielen wunderbaren Hofcafes mit tollen Angeboten an Speisen und Getränken sind einfach klasse. Da muss man einkehren. Diese Cafes sind auf ehemaligen Bauernhöfen entstanden. Ackerbau und Viehzucht wurden aufgegeben und mit Hilfe von EU-Gelden wurden die Höfe umgestaltet und liebevoll von den Besitzern umgestaltet.
 
Und noch'n Tipp:

NaturForum Bislicher Insel am Niederrhein
In Sichtweite zum Xantener Dom ist die Wildnis zu neuem Leben erwacht. Diese Wildnis - die Bislicher Insel - ist eine der größten naturnahen Auenlandschaften am Unteren Niederrhein. Die Auenlandschaft ist ein beeindruckender Naturraum und ein überregional bedeutsames Vogelschutzgebiet. Mehr dazu auf der Internetseite der Metropole Ruhr.

Donnerstag, 18. April 2013

Bayern und der BVB - danach kommt eine Weile nichts!

Bayern-Boss Uli Hoeneß hat das Thema losgetreten. Ihm war nach dem 6:1-Sieg des BVB aufgefallen, dass die Bundesliga in "spanische Verhältnisse" zu kippen droht. Das sagt einer, der zuletzt insgesamt 23 deutsche Meistertitel gesammelt hat, wie andere Sticker oder Briefmarken. Der FC Bayern liegt 20 Punkte vor dem BVB, der wiederum ein gutes Polster auf den Dritten der Liga, Bayer Leverkusen, besitzt und danach beginnt eigentlich erst der Spannungsbogen des Ligaalltages.

Hoeneß also meint, dass das, was seit einigen Jahren in Spanien die Regel ist, nämlich dass Barcelona CF und Real vorneweg marschieren und dahinter, sehr weit dahinter die Primera Division beginnt, nun auch in Deutschland real werden wird. Eines hat die Sache: Zumindest zwei deutsche Klubs, können mit den Allerbesten in Europa mithalten, müssen nicht bei einem Aufeinandertreffen nur den Hut ziehen und dem Gegner den Vortritt lassen.

Viele Millionen Euro haben die beiden Spitzenklubs in der laufenden Champions League bisher eingenommen und es wird noch mehr werden. Dass das Geld den Sport, ganz gleich welcher Art, regiert, ist nicht neu. Aber, so wie im richtigen Leben, wird die Spanne zwischen arm und reich immer weiter. Die, die den Zug des Geldverdienens verpasst haben, werden auf lange Zeit hinterherlaufen. Wie sagte ein Schalker Vorstandsmitglied vor einigen Tagen: "Eine deutsche Meisterschaft können wir uns für die nächsten vier bis fünf Jahre abschminken."

Recht hat er. Die Titel werden in München und Dortmund ausgespielt. Keine Frage. Und das möchte Uli Hoeneß ändern? Nein! Uli Hoeneß ist ein wahrer Populist. Der pustet seine Gedanken einfach so heraus, ganz gleich ob sie Sinn machen, beleidigend sind, oder was auch immer...

Eine Umverteilung der Gelder in der Liga wird es nicht geben und dürfte auch kaum handhabbar sein. Und auf andere Art und Weise ist das Gefälle in der Bundesliga nicht aufzuhalten. Man muss die Entwicklung im Auge behalten, dass das Wirtschaftsunternehmen Bundesliga nicht langweilig und unattraktiv wird.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sagte zum Thema nur: "Ich möchte das nicht in der Öffentlichkeit diskutieren, sondern  ligaintern." Eine gute Idee. Aber es wird auch dort bei der Diskussion bleiben. Ergebnisse sind kaum vorstellbar. Vielleicht bringt Guru Hoeneß ja eine mit.

Der Wurstfabrikant aus Bayern hat die Idee nicht beigebracht. Dafür waren es andere, die sich die Europäische Fußball Union (UEFA) als (geld-)lenkendes Organ vorstellen könnten. Aber wollen die, die die großen Leistungen auf internationaler Ebene vollbringen, tatsächlich auf Geld verzichten,oder soll die UEFA neue Geldquellen generieren? Und wie sieht es am Ende dann mit dem Leistungsgefälle zwischen den europäischen/kleinasiatischen Ländern aus. Das könnte wieder auseinanderdriften. Eine Lösung für den Wunsch von Uli Hoeneß ist also nicht mal so eben herbeizuführen. Die Diskussionen werden noch lange geführt und breiten Raum einnehmen.

Mittwoch, 17. April 2013

Ein Kampf für unsere Steuergelder

Zypern, Griechenland, Italien, Spanien, Irland. Sie alle hoffen auf Hilfe der europäischen Nachbarn, um ihre Finanzkrisen zu bewältigen. Für diese sind aber nicht die Bürgerinnen und Bürger der (noch) finanzgesunden Staaten verantwortlich. Die Alternative für Deutschland (AfD) hat einen offenen Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages geschrieben, um diese wach zu rütteln, wenn es um die Entscheidung geht, Zypern mit Milliarden Euro zu helfen. Eine Hilfe, die die Bevölkerung dort in dieser Art gar nicht wünscht.

Hier der Brief der AfD:

Offener Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages 
Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, am 18. April sollen Sie im Deutschen Bundestag über den Kredit des Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM) für die Republik Zypern entscheiden. Die Finanzminister der Euroländer haben beschlossen, dass Zypern neun Milliarden Euro Kredite aus dem ESM bekommen soll. Der Internationale Währungsfonds, für dessen Kreditzusagen Deutschland ebenfalls haftet, will zusätzlich eine Milliarde Euro Kredit geben. Wir fordern Sie hiermit auf, als Abgeordneter des Deutschen Bundestages gegen die Vergabe des ESM-Kredits an die Republik Zypern zu stimmen, weil

1. der Kredit gegen die Regeln des ESM, die Sie als Abgeordneter festgelegt haben verstöβt. Der ESM darf in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Euroländern nur dann helfen, wenn deren Zahlungsunfähigkeit die Finanzstabilität des gesamten Euroraums bedroht. Davon kann im Falle Zyperns gar keine Rede sein, wie sich sowohl aus den Marktreaktionen als auch aus dem Verhalten der Europäischen Zentral Bank (EZB) ablesen lässt. Die meisten deutschen Großunternehmen sind viel größer als Zypern. Sollen diese demnächst auch ESM-Hilfen erhalten, wenn sie in Schwierigkeiten geraten sind?

2. der ESM nur dann einem Staat Kredit geben darf, wenn dieses Land seine Schulden langfristig tragen, also Zinsen und Tilgung zahlen kann. Auch diese Regel wird im Falle Zyperns gebrochen. Die zehn Milliarden zusätzlichen Schulden durch die Kredite von EMS und IWF werden die Schuldentragfähigkeit des Landes schon jetzt weit übersteigen. Verschärft wird diese Last noch dadurch, dass die zyprische Wirtschaft nach Einschätzung der sogenannten Troika (EU-Kommission, IWF und EZB) in diesem Jahr um acht und im nächsten Jahr um vier Prozent schrumpfen wird. Zypern wird also im Jahr 2014 etwa 15,9 Milliarden Euro erwirtschaften. Die Schulden werden aber mindestens 25,5 Milliarden Euro oder gut 160 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt betragen. Erlaubt sei der Hinweis, dass die Prognosen der Troika bisher fast immer zu optimistisch waren. Das Beispiel Griechenland zeigt, dass Zyperns Wirtschaft deutlich stärker und über das Jahr 2014 hinaus schrumpfen und damit die Schuldentragfähigkeit auch nicht nur ansatzweise gegeben sein wird.

3. der jüngst bekannt gewordene erhöhte Finanzbedarf Zyperns von zusätzlichen 5,5 Mio Euro die bisherigen Schuldentragfähigkeitsanalysen entwertet und ohne eine neue Tragfähigkeitsanalyse gegen §13 ESM-Vertrag verstoßen wird. Der Vertrag über die Gründung des ESM ist erst am 27. September 2012 in Kraft getreten. Jetzt schon soll er vorsätzlich gebrochen werden. Wir fordern Sie auf, als Abgeordnete des Deutschen Bundestages, diesen Rechtsbruch zu verhindern und gegen den ESM-Kredit/Bürgschaft zu stimmen. Mit einer Zustimmung würden Sie den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland zusätzliche Schulden von 2,5 Milliarden Euro aufbürden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Konrad Adam, Sprecher der Alternative für Deutschland
Prof. Dr. Bernd Lucke, Sprecher der Alternative für Deutschland
Dr. Frauke Petry, Sprecherin der Alternative für Deutschland

Berichte aus Zypern sprechen schon jetzt von einer trostlosen Stimmung im Volk. Viele Selbstständige können Ihre Arbeit schon jetzt nicht mehr finanzieren, viele Geschäfte haben bereits geschlossen. Die kapitalkräftigen Anleger in Zypern haben dagegen durch die Hinhaltetaktik der zyprischen Regierung bei den Verhandlungen mit der EU ihr Geld aus dem Land abziehen können. Sie werden also keinen Beitrag zur Rettung des Landes beitragen. Tatsachen, die bei den Entscheidungen in den Köpfen der Abgeordneten wohl keine Rolle spielen werden. Das Ansehen der Deutschen in Europa schrumpft gewaltig. Wir werden nicht als Retter, sndern als Totengräber gesehen.

Dienstag, 16. April 2013

Aus dem Stand auf 3 Prozent

Die Alternative für Deutschland hat bei der letzten repräsentativen Deutschland-Umfrage zur Sonntagsfrage aus dem Stand 3 Prozent erreicht. Das ist ebenso viel wie die Piraten. Befragt wurden bundesweit 2.018 wahlberechtigte Personen.

Bei der Umfrage konnte der Gründungs-Parteitag am Wochenende der neuen Partei noch nicht einmal in die Karten spielen. Das Programm besteht momentan in der Hauptsache in der Forderung, Deutschland geordnet aus dem Euro herauszubekommen. Beim Gründungsparteitag wurden weitere programmatische Punkte herausgestellt, die aber zum Beispiel auf der Webseite der AfD noch nicht zu sehen sind.

Die Partei, die von sich sagt 7.000 Mitglieder zu haben, kann mit Personal aufwarten, das sich sehen lassen kann. Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur haben sich von anderen Parteien getrennt, um diese Alternative für Deutschland zu gründen und andere Wege in Europa aufzuzeigen.

Politiker der etablierten Parteien halten die Programmatik der AfD für gefährlich. Die übrigen Parteien kamen auf folgendes Ergebnis: CDU 39%, SPD 26%, Grüne 15%, Linke 6%, FDP 5% Piraten 3%

Montag, 15. April 2013

Panik vor der AfD?

Die Reaktionen der etablierten Parteien des bürgerlichen Lagers lassen Angst erkennen. Nachdem sich gestern (14. April 2013) die AfD gegründet hat, geht Panik bei CDU, CSU und FDP um. Denn eine weitere Partei, die an der Bundestagswahl im September teilnimmt, wird die momentane Regierungskoalition Stimmen kosten.

7000 Mitglieder ist das Aktionsbündnis für Deutschland stark und täglich werden es mehr, die Deutschland ein anderes Gesicht und mehr Sicherheit geben wollen. Rein visuell sieht es so aus, als wolle diese Partei nur die D-Mark zurückholen. Hinter dem Bündnis steckt aber erheblich mehr Potenzial.

Auch bei den meist enttäuschten Christdemokraten und Freidemokraten geht es um soziale Sicherheit und Gerechtigkeit, geht es um Themen, die den Menschen auf den Nägeln brennen, aber von der Regierung aus Eigennutz oder aus welchen Gründen auch immer nicht angefasst werden.

Die Frage ist, ob die Führung der neuen Partei so schnell Vertrauen in der Bevölkerung aufbauen kann, um eventuell die 5 Prozenthürde zu nehmen. Das wäre ein Blitzstart. Auf jeden Fall muss man die AfD ernster nehmen als die Piraten. Denn: hier sind gestandene Parteipolitiker am Werk, auch wenn ihr Vorsitzender am Mikrofon eher rhetorisch schwach herüberkam.

Die Regierungsparteien wiegeln nun ab. Diese Partei AfD könne mit Ihrem einzigen Programmpunkt "Weg vom Euro - zurück zur DM" nicht weit kommen. Aber wie gesagt. Da ist viel mehr Potenzial, da sin viel mehr Themen. Man muss nur genau hinsehen.

Auf weitere Wortmeldungen der AfD darf man gespannt sein.

Sonntag, 14. April 2013

Der absolute Wahnsinn - We will rock you

Begeisterung pur! Ein Musical der Extraklasse! Queen lebt! Schlagworte, die für das Musical "We will rock you" nur unzureichend die Gefühle beschreiben, die der Zuschauer im Essener Colosseum erlebt.

Schon das Opening fordert den Applaus der Zuschauer, die schnell immer weniger ruhig auf ihren Sitzen Platz nehmen können. Es juckt in den Beinen und in den Händen, die unbedingt mitmachen möchten, wenn Michael Brose (Galileo) und Jannine Michel Wacker (Scaramouche) leicht wie Federn über die Bühne wirbeln.

Um die bekannten Queen-Songs wie We will rock you, Radio Gaga oder Kind of Magic und I want to break free rankt sich eine von Ben Elton sehr gut geschriebene und auf aktuellen Stand befindliche Geschichte. Pfiffig, würzig und witzig ist die. Mancher aktuelle Künstler mag sich dabei auch durch den Kakao gezogen fühlen. Aber auf dem Planten iPad ist eben alles etwas anders. Es gibt keine Liebe, im Leben nur Einheits- Gaga und vor allem es gibt keine Rock-Musik.

Galileo ist dazu ausersehen, als einer der letzten Bewohner mit menschlichem Charakter gegen den iPad Geheimdienst die Rockmusik wieder auferstehen zu lassen.

Die Cast ist super besetzt. Sowohl musikalisch als auch schauspielerisch ein hervorragendes Team, das bis zum 30. Juni 2013 das Essener Colosseum rocken wird. Begleitet von einer Top Band, die extra unter Queen-Gesichtspunkten gecastet wurde und den Sound der Original-Gruppe top trifft. Wie gesagt, wenn man es nicht wüsste, würde man meinen, die Band selbst wäre anwesend.

Ein Erlebnis, das sich kein Rock-Fan entgehen lassen sollte. Es ist zwar kein billiges Vergnügen, aber man wird durch die Leistung, auch des Teams hinter der Bühne, Licht, Choreographie u.s.w. wirklich entschädigt.

Stehende Ovationen eine runde Viertelstunde lang und die Bohemian Rhapsody als Abschiedsgeschenk, was will das Rocker-Herz mehr?

Weitere Informationen gibt es auf: http://www.wewillrockyou.de/

Freitag, 5. April 2013

Negativfolgen

Per Steinbrück, der Kanzlerkandidat der SPD ist nach Frankreich zu Präsident Hollande gereist. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt, wenn man die Lage der französischen Regierung derzeit zu Grunde legt.

Wirtschaftsminister Rösler (FDP) meinte, diesen Besuch Steinbrücks kommentieren zu müssen.  "Die Folgen sozialistischer Experimente kann man bei unseren Nachbarn leider genau beobachten: Weniger Investitionen, Rückgang des Wachstums und Verwerfungen am Arbeitsmarkt", sagte Rösler. Und damit wollte er wohl sagen, dass Steinbrück besser zu Hause geblieben wäre.

Wie auch immer, der französische Präsident kann Unterstützung derzeit brauchen. Von Merkel ist die wohl eher nicht zu erwarten. Warum auch, sie hat im eigenen Lande genug Probleme zu lösen. Momentan ergeht sich deutsche Politik im Lavieren, ohne jegliches vernünftiges Konzept.

Und gerade das politische Leichtgewicht Rösler sollte sich in der Bewertung des Tuns anderer Politiker zurückhalten. Nicht zuletzt ist es er und sein Ministerium, das für soziale Kälte bei der Bevölkerung sorgt, sozialen Abstieg und Verarmung fördert und nicht in der Lage ist, Deutschlands Wirtschaft wirklich über Wasser zu halten. Und auch hier sind die Arbeitsmarktzahlen, die Rösler allerdings nicht zu verantworten hat, auch nur Augenwischerei.

Donnerstag, 4. April 2013

Überrei(t)zt!

Der Chefredakteur der WAZ gratuliert seinen Redaktionen öffentlich zum Geburtstag des Blattes. Er tut dies in einer Sonderbeilage, die in mehreren 100.000 Ausgaben drinsteckt und im Netz, wo Millionen Interessenten Zugriff haben.
Mit seiner Geschichte, mit deren Thema und dem Inhalt hat sich Ulrich Reitz wohl ein klassisches Eigentor geschossen. Ein Klassenlehrer würde seinen Schülern in einem solchen Fall "Thema verfehlt" bescheinigen.

Der Chef aller WAZ-Redaktionen, deren Mitarbeiter momentan eher mit Kündigungen als mit Lob aus der Chefetage rechnen, möchte seinen Leserinnen und Lesern erklären, wie eine Story entsteht. Eine große Geschichte muss das sein und eine, die vor Vitalität nur so strotzt. Das Blatt wird schließlich 65 und Rentner sind heute auch vital. Und Vergangenheit und Zukunft müssen verbunden werden, sinnvoll versteht sich. Ach ja, ein Nutzen für die Leser, der sollte als Ergebnis am Ende auch vorhanden sein.

Die WAZ ist ein Blatt des Ruhrgebiets, kommt tief aus dem Westen. Was läge da näher, als im Bereich des Bergbaus nach Themen zu suchen. Das Rei(t)z-Thema ist leicht gefunden: Sollen die Redakteure doch einmal herausfinden, welche Häuser und Grundstücke im Revier in welchen Straßen wie gefährdet sind durch den Bergbau der jüngeren Vergangenheit.

In seinem Beitrag an die "lieben Leserinnen und Leser" erklärt der Chef der WAZ viel über "Big Data". "Redakteure können sich die Messdaten aller Flüsse in Nordrhein-Westfalen beschaffen. Sie können es jedenfalls versuchen", schreibt Reitz. Dass die Redaktion im Übrigen klagt, wenn die Behörde die Daten nicht herausrücken will, auch klar: "Wenn die Behörde sagt, uns doch egal, wird sie eben verklagt", verkündet Reitz. Das ist ein Einblick in die Radaktionsarbeit!
Wie er nun an das Thema seiner so interessanten, jeden betreffenden und jedem nutzenden Story gekommen ist, bleibt völlig offen. Die Gedankenschritte dorthin werden nur unzureichend deutlich.

Ich hätte mir zum Beispiel als Thema vorstellen können, warum die RAG nicht mehr für Schäden aufkommen will, die sie in den letzten 100 Jahren im Ruhrgebiet verursacht hat. Warum Hausbesitzer plötzlich kein Geld mehr für Schäden an Ihren Häusern erhalten sollen, die durch Bergschäden entstanden sind. Warum Bergschäden plötzlich keine Bergschäden mehr sind.

Aber dabei müsste die Redaktion ja einem kongenialen Geldvermehrungspartner gegen das Knie treten. Die unangenehmen Fragen würden auf den Chefredakteur und dann auf die Geschäftsleitung zurückfallen. Das passt wohl einigen nicht.

Im gleichen Atemzug werden in der Fußnote zum Artikel ganz offen Vorschläge aus der Redaktion als nicht brauchbar dargestellt. Herr Reitz meint dort, dass man über Facebook wohl auch noch zum 70. Geburtstag schreiben könne. Er verhöhnt seine Untergebenen, wenn er zum  Beispiel das Thema Unabhängigkeit der Redaktion mit einem Wisch in den Papierkorb befördert.

Insgesamt ist das ganze ein ganz schlapper Auftritt des WAZ-Chefredakteurs. Die Redakteure aus den Fachbereichen haben dagegen die restlichen Seiten der Beilage für interessante, dem Anlass angemessenen Geschichten genutzt.